Neuigkeiten aus Vorarlberg
In der erst heuer entdeckten Ferolas-Riese-Höhle (1128/37) am Hirschberg bei Bizau (Bregenzer Wald) konnten im Rahmen mehrerer Forschungsfahrten in den letzten Monaten insgesamt 322 m vermessen werden, der Höhenunterschied beträgt 14 m. Der kleine Eingang zur Höhle wurde, wie auch bei einigen anderen Objekten am Hirschberg (siehe Kurzbericht 02/2006), erst auf Grund eines Hochwasserereignisses entdeckt, wobei große Wassermassen aus dem Portal heraustraten. Die Höhle ist bis auf die eingangsnahen Teile durchaus geräumig und meist von druckstollenartigen Profilen geprägt. Im gesamten Verlauf der Höhle sind teils bis zu 1,5 m durchmessende und häufig noch mit Wasser gefüllte Kolke zu beobachten. Diese lassen auf einen einstmaligen starken Durchfluss schließen. Die hintersten Teile der Höhle, welche sich zu Zeit in 150 m Horizontalentfernung vom Eingang befinden sind periodisch aktiv und sprechen sehr schnell auf Niederschläge an. Bei der letzten Tour Mitte Dezember konnte ein Bach mit rund 15 – 20 l/s beobachtet werden, welchem in einem teils engräumigen Canyon mit Halbsiphons bis zu einem abschließenden Siphon gefolgt werden konnte. Eine rund 2,5 m tiefe Schachtstufe war dabei im Aufstieg auf Grund der starken Wasserführung und trotz Neoprenanzug gerade noch zu bewältigen. Mehrere Fortsetzungen sind an dieser Stelle noch offen, unter anderem der Zuflussteil, wo auf offener Strecke auf Grund der starken Wasserführung umgedreht werden musste. Da auch der Abflussteil bei großer Trockenheit bewettert ist, dürfe sich der derzeitige Endsiphon teilweise öffnen. Auf Grund zahlreicher bewetterter Fortsetzung in teils höheren Etagen besteht auch noch die Möglichkeit diese Siphonzone trocken zu umgehen.
Die Tatsachen, dass sich in ummittelbarer Nähe (rund 50 m Höhenunterschied, Luftlinie 100 m) die Fluhtobelhöhlen (1128/30 und 31) befinden, bei welchen es sich um den Austritt und den Überlauf einer große Karstquelle handelt und sich die Höhle genau in Richtung zweier bekannter Höhlen, nämlich dem Stierloch (1128/28) und der Unwetterhöhle (1128/34) erstreckt, welche ebenfalls teilweise aktiv und stark bewettert sind, lassen in Zukunft weitere tolle Entdeckungen erwarten. Die Entfernung zu den beiden letzt genannten höhlen beträgt noch rund 500 m.
Berichterstatter: A. Klampfer
Hier ein paar Bilder - für die Großansicht anklicken.
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