Die Dachstein-Forschungswoche Ende Dezember 2002
Durch den Abschluss der Neuvermessung des Wiener Labyrinthes wächst die Dachstein-Mammuthöhle (DMH) auf 58 003 m Ganglänge. Zur selben Zeit anwesenden deutschen
Höhlenforschern (Speleoclub Frankenjura) gelingt nach der technischen Erkletterung eines Schlotes die Auffindung von Neuland im Pilzlabyrinth.
Trotz der ungewöhnlichen Wettersitutation (Tauwetter, nahezu kein Schnee) können 4 Touren in die Weissbierhöhle unternommen werden, deren Einstieg auf 1827 m Seehöhe liegt.
Die starke Bewetterung und die Lage lässt auf einen Zusammenhang mit der DMH hoffen. Erst bei der geplanten Ausbautour wird eine Umgehung der unbefahrbaren Engstelle am tiefsten Punkt aufgefunden.
Ein danach improvisierter Vorstoss am 31.12. bringt nicht nur die erhoffte Fortsetzung mit sich, sondern einen namentlich nicht genannten Höhlenforscher kurzfristig in ernste Schwierigkeiten, da selbiger
das Anstoßen mit seiner Freundin um Punkt Mitternacht um wenige Minuten versäumt. Damit bestätigt sich wieder einmal, dass die wahren Gefahren des Höhlenforschens die Begleitumstände sind (Autofahren, vernachlässigte Beziehungen...).
Die Weissbierhöhle weist nun eine Ganglänge von 809 m und eine Tiefe von 199 m auf. Aktueller Endpunkt ist eine Schachtstufe von ca. 20 m Tiefe in einem aktiven, grossen Canyon. Die Distanz zum Horizontalsystem des Däumelkogelschachtes der DMH beträgt nur noch 100 m in Höhe und Lage.
Weiterhin unklar ist, wohin der starke Bach der Weissbierhöhle verläuft.
Das Tauwetter erlaubte interessante hydrologische Beobachtungen: Der Bohnerzbach im Wiener Labyrinth schwillt auf ca. 30 l/s (normale Schüttung: 0.5 - 1 l/s), auch der Bach im Canyon der Weissbierhöhle bringt gute 5 l/s.
Teilnehmer: Michael Behm, Thomas Gundacker, Florian Höll, Matthias Hammer, Robert Horak, Alex Klampfer, Lukas Plan sowie Mitglieder des Speleoclub Frankenjura (SFC)
Und hier ein paar Bilder - für die Großansicht anklicken.