Kleinigkeiten im Dürrensteingebiet

16. bis 18. August 2018   Dürrenstein/NÖ

Mit Tom, der auf Sommerurlaub in Österreich weilt, aber ohne Walter, der keinen Urlaub bekommt, gehe ich, Reinhard, einem Hinweis von Lukas nach, der am Laserscan im Bereich der Bärenlacke unterhalb der Ybbstalerhütte ein verdächtiges Objekt entdeckt hatte.
\r\n\\r\\n\\\\r\\\\nVorbei an bosnischen Waldarbeitern mit denen wir kurz freundschaftlich quatschen, ist das Objekt bald gefunden. Es handelt sich um eine große Hohlform im Wettersteindolomit. Kurze, eigenartig versinterte Gangansätze und ein Bodenspalt mit kalter Wetterführung lassen auf uns den Eindruck entstehen, dass es sich hier um einen ehemaligen Schacht bzw. eingestürzten Höhlenraum handelt, in den nachträglich Teile des oberhalb befindlichen Hanges hineingerutscht sind. Wir vermessen das Objekt schließlich auf 17 m Länge.
\r\n\\r\\n\\\\r\\\\nNach kurzer Rast auf der Hütte queren wir den Noten Richtung Gamsbleamlhöhle. Vor Jahren hatte Tom in den Felsen oberhalb zwei kleine Höhlchen registriert, die seither einer Bearbeitung harren. Nach kurzer Suche in den Steilschrofen können wir dann das Obere und Untere Gamsbleamlklüftchen vermessen (L 5 bzw. 6 m). Wir beschließen am Rückweg den Noten-Südhang ein weiteres mal zu queren, diesmal etwas tiefer, was sich zu einer  sonnenbeheizten Tortur über Schrofen, Windwürfe und Gestrüpp entwickelt. Gezeichnet auf der Forststraße angelangt, können wir das letzte Stück zur Hütte mit den Jägern im offenen Puch-G mitfahren. Dort wird dann gemeinsam so manches Glas geleert und etwas J-Latein gelernt - alles im Sinne der Völkerverständigung zwischen Höhlis und Jägern. Zu guter letzt bekommen wir auch noch den Segen des Gaminger Pfarrers.
\r\n\\r\\n\\\\r\\\\nAm nächsten Morgen bekommen wir von Walter per Telefon den Auftrag, einem möglichen neuen Schacht offenbar unmittelbar neben der Zweibrückenhöhle nachzugehen. Das passt gut zu unserem Ziel, dem Eisenstattkogel, da diese quasi am Weg dorthin liegt. Leider haben wir sonst keine Informationen zu dem fraglichen Bereich mit und so kommt es, dass wir erstens zwei neue Schächte nicht vermessen, da wir diese schon im Kataster wähnen und zweitens den altbekannten Zwillingseinbruch irrtümlich neu vermessen - und wer diese Höhle kennt, der weiß, dass das dauert ... Somit muss der Eisenstattkogel auf ein andern mal warten. Diesmal übernachten wir deutlich ruhiger in Scheibbs.
\r\n\\r\\n\\\\r\\\\nAm nächsten Tag brechen wir zu Dritt in Richtung Oisklause auf um im Bereich der Rotmauer ein von Walter schon früher gesichtetes Portal zu erkunden. Es entpuppt sich leider als Niete und so schauen wir uns in der Gegend noch etwas um und werden prompt im Bergsturzablagerungsgebiet unterhalb der Rotmauer fündig und vermessen zwei kurze Überdeckungshöhlen. Am Rückweg verlockt das glasklare Wasser der Ois in herrlichen Gumpen zu einer Abkühlung - der wir aber widerstehen.

Mit dabei: R. u. W. Fischer, T. Gundacker
Vermessen: 48 m

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Bärenlacken-Schachtruine (alle Fotos R. Fischer)
Bärenlacken-Schachtruine (alle Fotos R. Fischer)

Spalte mit Wetterführung
Spalte mit Wetterführung
Gangprofil Bärenlacken-Schachtruine
Gangprofil Bärenlacken-Schachtruine
Phreatisches Profil im Wettersteindolomit, Bärenlacken-Schachtruine
Phreatisches Profil im Wettersteindolomit, Bärenlacken-Schachtruine
Eigenartige Sinter in der Bärenlacken-Schachtruine
Eigenartige Sinter in der Bärenlacken-Schachtruine
Abendstimmung mit Blick ins Gesäuse
Abendstimmung mit Blick ins Gesäuse
Oberes Gamsbleamlklüftchen
Oberes Gamsbleamlklüftchen
Unteres Gamsbleamlklüftchen
Unteres Gamsbleamlklüftchen
Zwillingseinbruch 1815/137, Foto: T. Gundacker
Zwillingseinbruch 1815/137, Foto: T. Gundacker
Zwillingseinbruch 1815/137, Foto: T. Gundacker
Zwillingseinbruch 1815/137, Foto: T. Gundacker

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