Ins Moastaloch teifeln

26. Oktober 2017   Kaiserschild

\r\n Nachdem der Krampusverein Moastalochteifeln vor einigen Jahren aufgelöst wurde, können wir angstbefreit zu jenem riesigen Loch aufsteigen, das Lindi neulich auf einem alten SW-Fotopanorama in der Stube der Neuburgalm entdeckt hat. Tatsächlich ist das darin als Moastaloch bezeichnete Portal in der felsigen Westflanke des Senkkogels aus der halben Radmer sichtbar. (Aufgrund einer Ferndiagnose von Ernst Straka sen. war die Höhle 1988 als Untere Senkkogelhöhle in den Kataster gekommen, sein Bericht beginnt aber so wie er endet, nämlich mit einer vermuteten Zugangsbeschreibung. Volker Weißensteiner als sonst nur allzu gestrenger Katasterwart muss damals einen sehr schwachen Moment gehabt haben). Ein einziges schmächtiges Teiferl in Gestalt eines Latschendiebs begegnet uns am Zustieg. Lindi, die sich auf den schlechten Weg konzentriert, erschrickt allerdings gewaltig, als sie ihn erst auf Tuchfühlung bemerkt. Das letzte Stück des Zustiegs erinnert stark an den Kirchengrat am Ödstein, ist also nur etwas für Schrofenliebhaber. Man blickt da aber eh nur mehr neugierig zum schwarzen Loch hinauf. 
\r\n Die Vermessung des enormen Höhlenraumes bringt mich fast in Stress: Das 45 m breite und über 25 m hohe Portal verengt sich zwar zuerst wie der Trichter einer Trompete, die Decke hebt sich innen aber wieder schlotartig und der Höhlenraum behält bis zu seinem Ende eine Breite von 25 m. Im hellen Portalbereich habe ich größte Mühe den Laserpunkt an den anvisierten, Zehnermeter weit entfernten Wandstellen zu erkennen, und um in den hintersten Teil des sehr steilen Raumes vorzudringen braucht es Klettergeschick und Wegfindungsvermögen. Außerdem tropft oder regnet es fast überall von der Decke, zumindest weil darüber gerade Schneeschmelze herrscht, und ich muss mir zum Zeichnen die wenigen trockenen Stellen suchen. Das Loch ist zwar nur eine Auswitterungshöhle, mit 60 m Länge aber eine der größeren in Österreich. Bevor wir die Schrofen wieder hinunterkrabbeln genießen wir noch den wunderbaren Ausblick zum schon tief verschneiten, im prallen Sonnenschein gleißenden Lugauer.
\r\n Also immer Augen auf: In unserem Land gibt es noch ungeahnt gewaltige Löcher unterschiedlichster Art!

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Mit dabei: Gerlinde und Eckart Herrmann
Vermessen: 60 m

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Moastaloch, 1988 leider ferndiagnostisch mit falschem Namen in den Kataster gekommen. F. E. Herrmann
Moastaloch, 1988 leider ferndiagnostisch mit falschem Namen in den Kataster gekommen. F. E. Herrmann
Am Weg ins Innere. F: Gerlinde Herrmann
Am Weg ins Innere. F: Gerlinde Herrmann
Höhle mit Ausblick. F: E. Herrmann
Höhle mit Ausblick. F: E. Herrmann
Riesig, steil, aber nach 60m aus. F: E. Herrmann
Riesig, steil, aber nach 60m aus. F: E. Herrmann

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