Fledermausschacht - Knapp daneben ist auch vorbei

3. bis 5. Februar 2017   Tonion (Stmk)

Ziel der Tour war es, weiter nach Süden Richtung Teufelskessel vorzudringen, um eine vermutete Verbindung zu finden. Nach der langen Kälteperiode war aber ungewiss, ob die nassen tagfernen Teile des Fledermausschachts nicht durch den Wärmeeinbruch geflutet sind. Trotzdem stiegen Kathi, Ota und Lukas am Freitag ein und seilten zum Biwak in der Teufelsschmiede (-350 m) ab. In Biwaknähe (Milchberg) wurde durch Kathi und Ota noch mit der technischen Erkletterung eines Schlots begonnen, während Lukas einen bereits erforschten Schlot vermaß und ausbaute. Samstag früh war im Biwak noch immer nix von der Wasserstelle (dem Gerinne im Höllenschlund) zu hören – ein gutes Zeichen, dass es auch in den Canyonlands noch halbwegs trocken sein sollte. Somit ging‘s durch den Gurkenhobelschluf und die Bergspalte hinunter bis -415 und dann die mittlerweile lange Strecke durch die Canyonlands hinauf bis zum Forschungsendpunkt – einer 6-m-Stufe mit manierlich kleinem Wasserfall, der in unregelmäßigen Abstand eigenartige Grunzlaute von sich gab (je nachdem ob sich der Wasserstrahl von der Wand vollständig ablöste und das Wasser in das Becken stürzte oder nicht). Die Stufe war schnell erklettert und es kam nicht wie vermutet die nächste Wasserfallstufe, sondern einige kleinere Kletter- und Engstellen, die einen Siphon umgehen. Dann folgte eine rund 200 m lange Strecke wo sich Canyon-, Schlüsselloch- und Röhren-Profile abwechseln. Aufgrund von bis zu 12 cm durchmessenden gelblich-orange schimmernden Augensteinen wurde das Neuland Quarzmäander genannt. Die schlechte Nachricht war, dass der Teil mit einem Halbsiphon (mit nur 15 cm Luft zwischen Wasser und Decke), wo einem die deutliche Wetterführung entgegenbläst, endete. Nach einigem Suchen konnte durch Deckenröhren eine enge Umgehung gefunden werden. Dahinter stürzte der Bach aus über 10 m Höhe aus einem Canyon. Während Lukas verwirrend verzweigte Canyonseitenstrecken vermaß, erkletterten Ota und Kathi einen trockenen, nicht senkrechten Parallelschlot, der wieder in den wasserführenden Canyon einmündete. Nach einigen weiteren noch kletterbaren Stufen wurde an einem weiteren Schachtgrund, wo es vermutlich mehrere Fortsetzungen gibt, umgedreht. Der Rückweg ins Biwak, das um 1 h Früh erreicht wurde, dauerte trotz leichtem Gepäck rund 4 Stunden. Zuvor musste noch der aufgerissene Boden eines Schleifsacks mit Kabelbindern notdürftig repariert werden. Er hielt aber selbst dem Gezerre durch den engen Gurkenhobel stand. Der Ausstieg aus dem Biwak und die Ski- bzw. Schneeschuhabfahrt waren dank mildem Wetter problemlos.
\r\nDie neu gefunden Teile im Fledermausschacht ziehen zwar 145 m nach Süden, steigen auch ausreichend an und unterlagern bereits Teile des Teufelskessels. Sie liegen aber 75 m östlich und etwas höher als der tiefste Punkt. Der Fledermausschacht ist jetzt 3777 m lang (Tiefe unverändert 577 m).

Mit dabei: Kathi Bürger, Ota(kar) Krasny, Lukas Plan
Vermessen: 301 m

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Kathi bei der Suche nach Fledermäusen bei der Herrenbodenalm (O.K.).
Kathi bei der Suche nach Fledermäusen bei der Herrenbodenalm (O.K.).
Kathi am Einstieg (O.K.).
Kathi am Einstieg (O.K.).
Lukas und Ota am Einstieg (K.B.).
Lukas und Ota am Einstieg (K.B.).
Blick hinunter auf den Schneekegel im 109 m tiefen Einstiegsschacht (O.K.).
Blick hinunter auf den Schneekegel im 109 m tiefen Einstiegsschacht (O.K.).
Kathi beim Flicken des Schleifsacks mit Kabelbindern (O.K.).
Kathi beim Flicken des Schleifsacks mit Kabelbindern (O.K.).
(Vermutlich) Kleine Bartfledermaus beim Milchberg (K.B.).
(Vermutlich) Kleine Bartfledermaus beim Milchberg (K.B.).

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