WO WIR FORSCHEN


Wie unser Name unschwer erkennen lässt, sind wir hauptsächlich in Niederösterreich und Wien tätig, wobei uns letzteres Gebiet nicht allzu schwer in Anspruch nimmt (zwei bekannte Höhlen in Wien im Vergleich zu ca. 4200 im restlichen Arbeitsgebiet). Zum offiziellen Arbeitsgebiet zählen zusätzlich die an NÖ grenzenden Karststöcke Kräuterin und Hochtürnach (Stmk.) sowie das speläologische Kleinod Nord-Burgenland. Hier die Kurzbeschreibungen unserer derzeit wichtigsten Forschungsgebiete:


Hochschwab

Unter Federführung des Wiener Landesvereins wird seit Mitte der 1990 Jahre im Hochschwabmassiv geforscht. Schon in den Anfängen war durch Schweizer Beteiligung ein internationaler Charakter gegeben. Insgesamt wurden seit Mitte der 1990er Jahre am Hochschwab 380 Höhlen erforscht und knapp 15 km vermes-sen. Auch 2014 wird die Forschung am Hochschwab mit der Unterstützung unserer Freundinnen und Freunde aus Deutschland, Kroatien, Serbien, Tschechien und Ungarn fortgesetzt. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch die FSE und erwarten ein erfolgreiches Jahr.

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Ötscherhöhlensystem

Die derzeit grösste Höhle in NÖ stellt das Ötscher-Höhlensystem mit einer Ganglänge von über 26 km und einer Vertikalerstreckung von 662 m dar. Der Ötscher birgt auch das rund 4 km lange und 365 m tiefe Pfannloch. In beiden Höhlen existieren der Fortsetzungen unzählige, wobei allerdings dem Ötscher-Höhlensystem mehr Forschungsaufmerksamkeit zuteil wird, zumal dort die tagfernen Teile leichter zu erreichen sind und sich nicht ganz so versturzgefährdet präsentieren. Eine Verbindung der zwei Systeme ist nicht auszuschliessen.

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Dürrenstein

Das zumindest von der Höhlenanzahl her bedeutendste Teilgebiet stellt der dem Ötscher benachbarte Dürrenstein dar, wo die 5,2 km lange und 470 m tiefe Lechnerweidhöhle aufzufinden ist, welche bereits in den 60er Jahren erforscht wurde. Auch hier warten allerdings noch zahlreiche Fortsetzungen auf ihre Kartierung. In dem stark verkarsteten Gebirgsstock sind noch viele andere große Höhlen sowie tiefe Schächte im Gipfelaufbau versteckt, die Objekte aktueller Forschungen darstellen.


Kräuterin

Zwischen Dürrenstein und der Kräuterin bildet der Lassingbach einen Teil der niederösterreichisch-steirischen Grenze. Die ebenfalls stark verkarstete Kräuterin birgt das 10,5 km lange und 763 m tiefe Warwas-Glatzen-Höhlensystem sowie die rund 6,3 km lange und 361 m tiefe Bärwies-Eishöhle in sich. In beiden Höhlen werden die Forschungen neben Hochwassergefahr und zeitweiligen Eisverschlüssen auch von der Qual der Wahl der zu befahrenden Fortsetzungen beeinträchtigt. Von gesamten Höhlengebiet der Kräuterin existiert ein von P. Pichler alias Obelix erstellter, ässerst umfangreicher und detaillierter Atlas, dessen Grundlage eine Theodolitvermessung bildet.


Dachstein und Tauplitz

Zusätzlich sind wir traditionsgemäss am Dachstein-Nordrand auf der Schönbergalm bei Obertraun (OÖ) tätig. Dieses Gebiet um den Krippenstein, Mittagskogel und Däumelkogel darf sich unserer häufigen Präsenz erfreuen, dementsprechend zügig schreitet die Forschung voran. Hauptsächlich beschäftigt uns dort die dzt. drittlängste Höhle Österreichs, die Dachstein-Mammuthöhle. Weiters existieren in Seehöhen um 1800 m und darüber zahllose Schächte, mit deren systematischer Aufarbeitung auf der Schulungswoche 1999 des Verbandes österreichischer Höhlenforscher begonnen wurde. Eine CAD-Kartierung mit allen höhlenrelevanten Informationen des 16km² großen Gebietes ist in Arbeit.
Die Tauplitz-Schachtzone am Südrand des Toten Gebirges (Stmk.) stellt eines der spektakulärsten Karstgebiete Österreichs dar. Im Hauptinteresse steht derzeit der 17.1 km lange und 848 m tiefe Burgunderschacht, jedoch ist er nur eine der derzeit über 500 bekannten Höhlen in der Katastergruppe.